Die Antibabypille bleibt eines der beliebtesten und zuverlässigsten Verhütungsmittel in Deutschland. Man unterscheidet zwischen Kombinationspillen, die sowohl Östrogen als auch Gestagen enthalten, und Minipillen, die ausschließlich Gestagen beinhalten. Kombinationspillen hemmen den Eisprung und verändern die Gebärmutterschleimhaut, während Minipillen hauptsächlich den Zervixschleim verdicken.
Zu den beliebten Marken gehören Yasmin, Belara, Maxim und Cerazette. Die tägliche Einnahme sollte möglichst zur gleichen Zeit erfolgen. Bei vergessener Einnahme gelten je nach Pillentyp unterschiedliche Regelungen - bei Kombinationspillen haben Sie meist 12 Stunden Spielraum, bei Minipillen nur 3 Stunden.
Für Frauen, die nicht täglich an die Einnahme denken möchten, bieten sich verschiedene Alternativen an. Der Verhütungsring (NuvaRing) wird monatlich in die Scheide eingeführt, das Verhütungspflaster (Evra) wöchentlich gewechselt. Die Dreimonatsspritze und Hormonspiralen wie Mirena oder Skyla bieten längerfristigen Schutz und sind besonders praktisch für Frauen mit unregelmäßigem Alltag.
Kondome sind das einzige Verhütungsmittel, das gleichzeitig vor Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten schützt. In Deutschland sind sowohl Latexkondome als auch latexfreie Alternativen aus Polyurethan oder Polyisopren erhältlich - ideal für Allergiker.
Wichtig ist die richtige Größe und sachgemäße Lagerung bei Raumtemperatur, fern von scharfen Gegenständen und direkter Sonneneinstrahlung.
Frauenkondome (Femidom) bieten Frauen die Möglichkeit, selbst aktiv zu verhüten. Diaphragmen und Portiokappen werden vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt und sollten mit spermiziden Gelen oder Cremes kombiniert werden, um die Verhütungssicherheit zu erhöhen.
Intrauterinpessare, auch Spiralen genannt, gehören zu den sichersten und praktischsten Langzeitverhütungsmitteln. Die Kupferspirale (wie Paragard oder Nova-T) wirkt ohne Hormone und kann bis zu zehn Jahre in der Gebärmutter verbleiben. Sie verhindert durch Kupferionen die Befruchtung und Einnistung. Die Hormonspirale (Mirena, Kyleena, Skyla) gibt kontinuierlich kleine Mengen Gestagen ab und wirkt drei bis fünf Jahre. Das Einsetzen erfolgt durch den Frauenarzt und ist besonders für Frauen mit abgeschlossener Familienplanung geeignet. Vorteile sind die hohe Sicherheit und das Wegfallen der täglichen Verhütung. Nachteile können verstärkte Blutungen bei Kupferspiralen oder Zwischenblutungen bei Hormonspiralen sein.
Das Verhütungsimplantat Implanon NXT ist ein flexibles Stäbchen, das unter die Haut des Oberarms eingesetzt wird. Es gibt kontinuierlich das Hormon Etonogestrel ab und verhütet drei Jahre lang zuverlässig. Das Einsetzen und Entfernen erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung. Die hormonelle Wirkweise unterdrückt den Eisprung und verdickt den Zervixschleim, wodurch eine sehr hohe Verhütungssicherheit erreicht wird.
Die symptothermale Methode kombiniert die Beobachtung verschiedener Körpersignale zur Bestimmung fruchtbarer Tage. Dabei wird täglich die Basaltemperatur gemessen und der Zervixschleim beobachtet. Moderne Zykluscomputer und spezielle Apps können bei der Auswertung unterstützen. Bei korrekter Anwendung erreicht diese Methode einen Pearl-Index von 0,4-2,3. Die Sicherheit hängt stark von der konsequenten Durchführung und dem Erlernen der Methode ab.
Zu den natürlichen Verhütungsmethoden gehören außerdem:
Natürliche Verhütung ist hormonfrei und kostengünstig, erfordert jedoch Disziplin und bietet geringere Sicherheit als moderne Verhütungsmittel. Sie eignet sich besonders für Frauen mit regelmäßigem Zyklus und hoher Motivation.
Die Pille danach steht in deutschen Apotheken rezeptfrei zur Verfügung und bietet eine wichtige Option bei Verhütungspannen. Zwei Wirkstoffe sind erhältlich: Levonorgestrel (PiDaNa, Unofem) wirkt bis zu 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr, während Ulipristalacetat (ellaOne) bis zu 120 Stunden eingenommen werden kann. Die Wirksamkeit nimmt jedoch mit der Zeit ab, weshalb eine möglichst frühe Einnahme entscheidend ist. In der Apotheke ist eine umfassende Beratung verpflichtend, bei Minderjährigen unter 14 Jahren ist eine ärztliche Verordnung erforderlich.
Die Kupferspirale als Notfallverhütung bietet eine höhere Wirksamkeit als die Pille danach und kann bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Verkehr von einem Gynäkologen eingesetzt werden. Sie verhindert zuverlässig eine Schwangerschaft und kann gleichzeitig als langfristige Verhütungsmethode genutzt werden.
Sterilisationsverfahren bieten eine dauerhafte Verhütungslösung für Menschen mit abgeschlossener Familienplanung. Bei Männern erfolgt die Vasektomie ambulant durch Durchtrennung der Samenleiter, während bei Frauen die Tubenligatur einen operativen Eingriff erfordert. In Deutschland müssen Patienten volljährig sein und eine ausführliche Bedenkzeit einhalten. Obwohl Reversibilität möglich ist, sollte die Entscheidung als endgültig betrachtet werden, da die Erfolgsaussichten einer Rückoperation begrenzt sind.
Die individuelle Auswahl des passenden Verhütungsmittels erfordert eine umfassende Beratung. Der Pearl-Index hilft bei der Bewertung der Sicherheit verschiedener Methoden. Wichtige Faktoren sind:
Apotheker bieten kompetente Erstberatung, bei hormonellen Verhütungsmitteln ist jedoch eine ärztliche Konsultation unerlässlich.